Familienkreis-News Mai 2021

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Liebe Eltern, liebe Ehrenamtlichen, liebe Familienkreis-Freunde,

wir möchten den heutigen Newsletter nutzen, um das erste Corona-Jahr 2020 noch einmal Revue passieren zu lassen und Ihnen den Familienkreis-Jahresbericht 2020 zu präsentieren.

Das Corona-Jahr 2020 hat auch uns sehr gefordert. Vor allem im ersten Lockdown im März 2020 war es zuerst  unvorstellbar, wie wir unsere – auf Begegnung und Beziehung ausgerichtete - Aufgabe auf Distanz ausüben können. Nach einer ersten Schockstarre haben wir dann die Möglichkeiten genutzt, die sich boten: Treffen im Freien, Beratung als Walk & Talk, Telefonkontakte und erste Videocalls. Auch Hausbesuche und ehrenamtliche Einsätze konnten mit einem neuen Hygienekonzept, Maskenpflicht und angepassten Abläufen weiter angeboten werden.
Trotz Einschränkungen und gesundheitlichen Risiken konnten 2020 70% der ehrenamtlichen Einsätze weiter vor Ort in den Familien stattfinden und es ist uns gelungen, das Familienkreis-Angebot weitgehend aufrechtzuerhalten. Ergänzend zu der aufsuchenden Arbeit konnten wir erste digitale Strukturen aufbauen, sodass die Familienkreis-Arbeit teilweise auch ins Homeoffice verlegt werden konnte. Damit Kinder beim Homeschooling und Eltern am digitalen Sprachkurs teilnehmen können, haben wir Familien ganz unbürokratisch mit gebrauchten Laptops ausgestattet, die vorher rein ehrenamtlich aufbereitet wurden.
Das war möglich, weil alle im Team – ob haupt- oder ehrenamtlich – an einem Strang gezogen haben, flexibel waren, aber auch achtsam und umsichtig. Die Mission für Kinder und Eltern da zu sein, die es im Leben nicht so gut angetroffen haben, hat uns auch im Corona-Jahr angetrieben. Der Zusammenhalt im gesamten Team und mit unseren Kooperationspartnern, Förderern und Spender*innen hat uns immer wieder motiviert.
Vieles war und ist noch schwierig. Trotzdem hat auch das vergangene Jahr wieder viele mut-machende  Geschichten hervorgebracht, die uns jeden Tag aufs Neue für unsere Arbeit motivieren und die Hoffnung auf bessere Zeiten weiter am Horizont schimmern lassen.

Wir danken Ihnen für das Interesse an unserer Arbeit! Bitte achten Sie auf sich und bleiben Sie gesund!

Herzlichst, Ihr Familienkreis-Team,
Anja Henkel, Jutta Oster, Frederike Hartje, Claudia Klug, Elke Peckert, Stefan Heckl & Vanessa Hake



Ehrenamtliche Elternhilfe: So lang wie nötig - so kurz wie möglich! 
"Lisa ist ein Glücksgriff für uns und wir werden sie sehr vermissen, aber dass sie für uns so unkompliziert da war, werde ich nie vergessen." So beschreibt eine alleinerziehende Mutter den Einsatz der Ehrenamtlichen. Sie hatte sich am Rande der Erschöpfung mit dem Wunsch nach Entlastung beim Familienkreis gemeldet .
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 20 Familien mit insgesamt 51 Kindern begleitet und unterstützt. Die direkten Kontakte beliefen sich dabei auf insgesamt 955 Stunden - pro Familie also ca. 32h. Mehr zur Elternhilfe 2021 im Familienkreis erfahren Sie hier.


NewComer: Elternhilfe für Familien mit Fluchtgeschichte
Im Rahmen des NewComer-Angebotes konnten 29 Familien in mehr als 400 Face-to-Face-Stunden haupt- und ehrenamtlich beraten und begleitet werden.
Alle Familien hatten Fluchtgeschichten, Probleme mit Verständigung und der Orientierung im deutschen Gesundheits- und Sozialwesen. Sie alle lebten in  prekären Verhältnissen, viele Mütter waren alleinerziehend: Neben sozialer Isolation und Erziehungsfragen kämpften einige auch mit psychischen Problemen.
Die sozialrechtliche Beratung durch die Juristin Elke Peckert als hauptamtliche Kraft hat sich weiter bewährt: Hier wurden die Auswirkungen der Pandemie sehr schnell deutlich. Viele Behörden arbeiten nur noch mit fester Terminvergabe, was es vielen aus der NewComer-Zielgruppe erschwerte, wichtige Angelegenheiten selbstständig zu regeln. Ihnen konnte bei der Kommunikation mit den Ämtern geholfen werden.

Später im Jahr hat der Familienkreis insgesamt 20 gespendete gebrauchte Laptops rein ehrenamtlich aufbereitet und (überwiegend) an Familien mit Fluchthintergrund verteilt. Weiter zum Jahresbericht 2020.

Huckepack: Patenprojekt für Kinder psychisch erkrankter Eltern
Gestartet im Juni 2019, konnte das Patenprojekt Huckepack auch 2020 weiter an Fahrt aufnehmen: 23 Familienanfragen wurden an den Familienkreis herangetragen, 7 Patenschaften konnten im Verlauf des letzten Jahres geschlossen werden.

Es sind berührende Geschichten wie die von Esther und Janina: Janina ist 7 Jahre alt, ihr Vater ist an Schizophrenie erkrant und lebt derzeit auf der Straße. Ihre Mutter ist aufgrund der Erkrankung des Vaters selbst despressiv geworden - weitere enge Bezugspersonen gibt es für Janina nicht. Dann trat Patin Esther in das Leben der Familie und unternimmt wöchentlich schöne Dinge mit Janina. Die Mutter fühlt sich seitdem sehr entlastet und ist glücklich über die neue Bezugsperson im Leben ihrer Tochter. Und für Janina gibt es seitdem eigentlich nur noch eine Frage: "Wann kommt Esther das nächste Mal?" Mehr lesen.

Großeltern auf Zeit: Hilfe, die gut tut!
Das erste Großeltern-Jahr in Familienkreis-Eigenregie konnte sich trotz Pandemie überraschenderweise sehr gut entwickeln: 2020 endete mit 20 vermittelten Großeltern-Familen-Paare mit einem mehr als 50%igen Anteil bei Alleinerziehenden; 11 neue Großeltern konnten geschult werden. Die Nachfrage auf Familienseite ist ungebrochen hoch: 27 Familien meldeten sich im vergangenen Jahr mit dem Wunsch nach regelmäßigem generationsübergreifendem Austausch mit liebevoll-aufgeschlossenen Leihgroßeltern. Für die Kinder werden die "Großeltern auf Zeit" schnell zu verlässlichen Bezugspersonen, mit denen sie spielen, lachen und wachsen.

"Halima und ich kennen uns seit zwei Jahren - seit Corona treffen wir uns bei mir Zuhause, machen Hausaufgaben zusammen und erzählen ein bisschen. Am liebsten spielen wir Mensch-ärgere-dich-nicht zusammen. Wenn ich Halimas Augen strahlen, bin ich glücklich." Mehr lesen.

Frühe Hilfen Bonn: Kontakt- und Vermittlungsstelle
Auch in den Frühen Hilfen haben sich die Kontaktbeschränkungen auf die Arbeit mit den Familien ausgewirkt – hier hat sich besonders die aufsuchende Arbeit der Familienhebammen bewährt, die auch im ersten Lockdown, als viele andere Angebote nicht zugänglich waren, weiter die Familien besucht haben.
Im Mai 2020 startete die Koordinierungsstelle eine Online-Umfrage für Eltern zu Corona, die zum Ziel hatte, in Erfahrung zu bringen, wie es den Eltern in der Pandemie geht. Mit Hilfe des Bonner Familienbüros konnten viele Familien erreicht werden. Insgesamt haben sich über 4000 Eltern aus Bonn sowie dem Umland beteiligt und ihre Belastungen im Lockdown beschrieben. Die Ergebnisse wurden im Juni 2020 öffentlich präsentiert und sowohl den kommunalen Entscheidungsträgern als auch der NRW-Landesregierung vorgelegt. Weitere Informationen zu den Frühen Hilfen finden Sie im Jahresbericht 2020 .

Familienkreis-Öffentlichkeitsarbeit: Wichtiger denn je
Die Öffentlichkeitsarbeit war im Corona-Jahr sehr wichtig, um mit Ehrenamtlichen und Unterstützern in Verbindung bleiben zu können. Wir haben sie auch genutzt,  um den Zugang zu Eltern zu erhalten und zu verbessern.
Neben der Pflege unserer bestehenden digitalen Kanäle wie unserem Newsletter, der Homepage und unseres facebook-Auftritts, konnte ein Familienkreis-instagram-Account aufgebaut werden. 
Besonderes Highlight war ein Kinoabend im Bonner Rex-Kino, bei dem wir im Rahmen der Woche der seelischen Gesundheit den Film "Der Junge muss an die frische Luft" mit Hape Kerkeling zeigen konnten. Ehrengast an dem Abend war Schauspielerin Ursula Werner, die vor mehr als 100 Gästen die Wichtigkeit stabiler Bezugsmenschen für Kinder in belasteten Lebenssituationen betonte.
Verschiedene Presseberichte in lokalen Printmedien und der WDR-Lokalzeit schufen immer wieder nachhaltig mediale Präsenz für unsere Familienkreis-Angebote. Erfahren Sie hier mehr zur Familienkreis-Öffentlichkeitsarbeit 2021.

Familienkreis in den Sozialen Medien
Alle neuen und wichtigen Informationen vom Familienkreis finden Sie, wenn Sie uns in den sozialen Medien folgen. Hier berichten wir über unsere Aktivitäten, geben Tipps und Hilfen auch in der aktuellen Coronazeit. Wir freuen uns über jeden Follower, Abonnent und Besucher auf unseren Social-Media-Familienkreiskanälen.

Spende an den Familienkreis
Jede Spende an den Familienkreis trägt dazu bei, Familien in Bonn frühzeitig zu unterstützen und die positive kindliche Entwicklung zu fördern. Informieren Sie sich auf unserer Website unter Spenden und Gutes tun über die verschiedenen Möglichkeiten.

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